Mit den Eltern im Süden - Teil 2
mit dem papa war ich also in den waeldern um denmark und walpole unterwegs. Wir fuhren wieder an die kueste, machten mittagspause mit ein paar kaengurus und warmen pies aus der baeckerei. Wir trafen eine gruppe pelikane, denen mein papa bis auf einen meter nahe kommen musste, waehrend ich hinter der kamera darauf wartete, dass sie ihn wuetend ueber den strand jagten. Aber der effekt blieb aus. Wir fuhren durch ein grosses buschfeuer, grosse teile eines nationalparks niedergebrannt, immernoch ueberall qualm. Aber zumindest gut, um aufzuzeigen, dass das ganze nicht so gefaehrlich ist, wie immer alle denken. Buschfeuer sind hier im sommer voellig normal, ueberall am brennen, und solange sie nicht voellig ausser kontrolle geraten, eben etwas voellig normales, mit dem man in diesem land umzugehen weiss.
Wir fuhren am spaeten nachmittag wieder zurueck, bereit, die kaengurus auf unseren grill zu schmeissen. Also nicht die, die wir getroffen haben, sondern die, die ich am vortag im supermarkt gekauft hatte. Die etwas andere art zu grillen, mit dem elektrischen barbeque, bereitete bei extremen wind etwas probleme. Obwohl unsere neuen nachbarn sich trotzdem nicht davon abhielten liessen, 2-3mal taeglich ihre steaks zu braten. Irgendwann war das kaenguruh serviert. Joah. Ich hab keine ahnung, wie ich dieses fleisch vor sechs jahren aus kostengruenden fast taeglich essen konnte...
da nun schonwieder 2monate vergangen sind, muss ich mich echt anstrengen, noch alles zusammen zu bekommen...
Am naechsten tag wollten wir die mama wieder mobilisieren. Wir fuhren zur naechsten apotheke, wo man sich jedoch nur kruecken ausleihen konnte. Dort gab man uns allerdings einen selbstkuehlenden verband und eine adresse vom sanitaetshaus. Als wir dort hin kamen, waren wir erstaunt ueber die niedrigen preise fuer all die sachen. Und wir fanden kruecken. Fuer umgerechnet 40euro, pro paar. Wir haetten mit 10mal so viel gerechnet. Wir kamen also zurueck zum bungalow, um der mama ihre neuen kruecken zu presentieren und brachen auf, um zurueck auf die halbinsel unterhalb von albany zu fahren. Es war ein mehr oder weniger verregneter tag. Wir besuchten das discovery center. Eine ehemalige walfangstation mit brutalen bildern, walskeletten und dem gestank von waltran in den tanks. Und das, obwohl der walfang dort 1978 beendet wurde. In 26 jahren betriebszeit toetete man dort 1.136 buckelwale und 14.695 pottwale. Schaurige zahlen. Und noch schauriger bei dem gedanken, dass auch heute noch ein paar laender den walfang erlauben.
Es war ein recht gut ausgestattetes museum, nur an deutschen uebersetzungen hat es gemangelt, sodass ich der uebersetzer war. Wir durften dann mit dem auto noch weiter fahren, um auf den verregneten parkplatz des botanischen gartens zu kommen. Dort war auch noch ein kleiner zoo mit jeder menge kaengurus, koalas und anderen einheimischen tieren.
Das war nun schon der letzte tag in albany (wenn ich mich recht erinnere ;) ) und der naechste tag brachte wieder viel fahrerei. Der weg fuehrte uns durchs inland richtung westen. In meine alte heimat. Wir machten einen zwischenstopp in augusta, sahen auch gleich auf anhieb ein paar delfine. Durch die waelder mit den grossen karri baeumen ging es entlang der caves road ueber margaret river hoch nach dunsborough, wo wir fuer eine nacht im motel eincheckten. Unser fruehstueck holten wir uns am naechsten morgen in meiner alten baeckerei und genossen es am yallingup strand. Ein weiterer tag mit viel fahren lag vor uns. Wir hatten noch 300km um nach perth zu kommen. Dort verbrachten wir noch einige zeit im botanischen garten, bekamen noch eine giftige babyschlange zu gesicht (diesmal eine lebendige) und genossen die tolle aussicht auf die stadt und den hafen. Am abend checkten wir im hotel ein, wo sich auch schon der rest der reisegruppe befand. Der hotelier war ein bisschen ueberfordert mit meiner anfrage, noch ein weiteres bett ins zimmer zu stellen. Aber nach einigem warten, war ich nun auch mit eingebucht. Und gluecklicherweise konnte ich mein auto auch direkt davor stehen lassen, da der parkplatz bis 8uhr morgens kostenlos war.
Am naechsten tag stand ein ausflug in die pinacles an, einem nationalpark im norden. Da ich ja nicht zur reisegruppe gehoerte und den park bereits 2mal besucht hatte, liess ich sie damit allein und machte mich auf den weg nach unten zu rebecca. Nachdem ich mein bett wieder eingebaut und meinen kram wieder eingeladen hatte, musste ich mich verabschieden. Diesmal fuer laenger. Oder fuer immer? Ich traf mich noch mit einem freund fuer einen kaffee am strand und fuhr am abend wieder hoch in die stadt. Ein letztes gemeinsames abendessen und dann hiess es am naechsten morgen auch schonwieder von den eltern abschied nehmen. Die zeit war viel zu kurz, man konnte eigentlich alles noch gar nicht so richtig realisieren. Der naechste grosse abschnitt meiner reise lag vor mir, meine gedanken waren schon darauf konzentriert, meinen weg, raus aus der grossstadt zu finden. Die verabschiedung kam, die grossen traenen kamen jedoch erst so richtig, als ich 200km weiter irgendwo in der pampa fuhr und die zeit hatte, alles zu verarbeiten. Dazu kam das komische gefuehl, die eltern noch weitere zwei wochen im land zu wissen, aber trotzdem so weit entfernt, dass man sich nicht nochmal sehen wuerde. Der bus fuhr ab, ich sass wieder allein im auto, der familienurlaub war vorbei. Hart aber trotzdem so schoen, dass ich nun schon drei besucher hier hatte. Drei besucher, die nun ein bisschen verstehen koennen, warum ich dieses land am anderen ende der welt so liebe...
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